Aktuelle Nachrichten und Informationen von der Open Search Foundation
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Das Jahr geht spannend los …

Anfang Januar hat das Bundeskartellamt Google eine „überragende marktübergreifende Bedeutung“ attestiert und damit den Weg geebnet für weitere rechtliche Schritte. Möglich macht es eine Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen, die letztes Jahr verabschiedet wurde.
Gestern und heute dann im EU-Parlament die große Debatte und Abstimmung über den lange geplanten und heiß diskutierten Digital Services Act (DSA). Bei dem „neuen digitalen Grundgesetz für Europa” geht es neben vielen anderen Regelungen um Beschränkungen von User-Tracking und personalisierter Werbeansprache.

Interessantweise führen Unternehmen wie Google, deren Geschäftsmodell auf User-Tracking basiert, als Argument gegen eine Regulierung bisher immer die kleinen und mittelgroßen Unternehmen an. – Sie würden ohne Tracking-basierte Werbung nicht überleben. Einer Studie zufolge, die am Montag erschienen ist, stimmt das so nicht. Die befragten Unternehmen seien mehrheitlich nicht glücklich über ihre Abhängigkeit von ethisch fragwürdigen Methoden und wünschten sich Alternativen. Interessante Insigths …

Auf der Suche nach Insights ist auch die Working Group Economy als Basis für ein Whitepaper: Macht mit bei der Umfrage und beantwortet ein paar Fragen rund um Eure Suchmaschinenerfahrungen. Und weil es gerade so gut passt, stellen wir in diesem Newsletter die Fachgruppe Economy auch gleich vor.

Ökonomische Aspekte der offenen Suche waren nur eines der vielen Themen rund um die (offene) Internetsuche, die Expert:innen und Aktive aus der #opensearch-Community auf dem dritten Internationalen Open Search Symposium #ossym21 diskutiert haben. Für alle, die nicht dabei sein konnten oder einfach nochmal reingucken wollen, sind jetzt die Videos der Keynotes und Special Sessions online verfügbar (Danke an Andreas Wagner vom CERN!). Außerdem verraten wir Euch die Termine für die Open Search Konferenzen 2022.

Übrigens: Die Open Search Foundation hat seit Ende des Jahres einen neuen, größeren Vorstand. Mehr dazu auch in diesem Newsletter.

Viel Spaß beim Lesen!
Das Team der Open Search Foundation e.V.


PS: Wunschthemen? Anmerkungen? Schreibt uns einfach an newsletter@opensearchfoundation.org.

 

 ZAHLEN  

79% der kleinen und mittelgroßen Unternehmen in Deutschland und Frankreich sind der Meinung, dass große Online-Plattformen – wie Google – bei der Nutzung personenbezogener Daten für Werbezwecke stärker reguliert werden sollten.

Quelle: Amnesty International/Global Witness/YouGov

5,75 Mio € gibt Google jährlich für Lobbyarbeit in Brüssel aus.

Quelle: Statista, Stand September 2021 

 

Studie „Tracking-based Advertising”

KMUs wollen Tracking – oder?

Kaum hatte die EU-Kommission ihre Pläne für DMA (Digital Markets Act) und DSA (Digital Services Act) im Dezember 2020 verkündet, setzte Google seine Lobbyisten in Marsch.  Unter anderem sollte das auf Tracking, Profiling und Werbung beruhende Geschäftsmodell (Stichworte: Behavioural Targeting, #SurveillanceAdvertising) der Alphabet-Tochter durch die neue Verordnung nicht geschwächt werden.

Ein gern vorgebrachtes Argument der Google-Lobbyisten "pro Tracking": Die durch individuelles Profiling generierte und mit Microtargeting ausgespielte Werbung sei notwendig für das Überleben kleiner und mittlerer Unternehmen in Europa. Diese würden darauf nicht verzichten wollen.

Das Gegenteil scheint der Fall zu sein, wie eine aktuelle Erhebung unter kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland und Frankreich zeigt. Die befragten Geschäftsinhaber:innen sind mit den Methoden der Tracking-basierten Werbung nicht zufrieden, haben ethische Bedenken und wünschen sich Alternativen.

Die Umfrage fand im Auftrag von Amnesty International und Global Witness statt. Dafür befragte YouGov über 600 Geschäftsinhaber:innen in Deutschland und Frankreich.

Hier ein paar Ergebnisse:

  • Drei Viertel der befragten kleinen und mittleren Unternehmen sind der Meinung, dass Tracking-basierte Werbung das Recht auf Privatheit und andere Menschenrechte verletzt.
  • Tech-Riesen sollten bei der Verwendung personenbezogene Daten für Werbezwecke strengeren Vorschriften unterliegen, sagen knapp 79 Prozent der Befragten.
  • Die Geschäftsinhaber:innen sind mehrheitlich überzeugt, dass ihre Kund:innen sich nicht wohlfühlen, wenn sie gezielte Online-Werbung erhalten auf Basis ihrer ethnischen Zugehörigkeit (62 Prozent), sexuellen Orientierung (66 Prozent), Gesundheit (67 Prozent), religiösen oder politischen Einstellungen (65 Prozent), persönlicher Lebensereignisse wie Schwangerschaft, Trauerfall, Scheidung (62 Prozent) oder ihres Online-Verhaltens (z. B. Suchverlauf, besuchte Websites, getätigte Käufe, 60 Prozent).

Warum die Tracking-basierte Werbung bei Google und Facebook dennoch boomt? Die Unternehmen leiden unter einem Mangel an Alternativen: 69 Prozent der befragten Unternehmer:innen gaben an, dass die Marktdominanz von Facebook und Google ihnen keine Wahl lässt, als auf deren Werbedienste zurückzugreifen. 

Ganz klar eine Chance für andere Modelle und Anbieter. Ein Grund mehr, auf nicht-trackende Browser und Suchmaschinen zu setzen und ihnen so mehr Reichweite zu verleihen. – Wir als Open Search Foundation sehen darin eine Bestärkung in unserer Mission, gemeinwohlorientierte Alternativen zu fordern und zu fördern.

 

Die YouGov-Umfrage wurde am Montag (17. Januar 2022) veröffentlicht.
Weitere Infos gibt es bei Amnesty International und bei Global Witness. Details im Studienband D und Studienband F.

Mitmachen

Umfrage-Quickie: Online-Umfrage für die Working Group Economy

Ohne Daten und Wissen keine fundierten Konzepte! Als Grundlage für das Whitepaper-Projekt "Economic Value of Open Search" hat die Fachgruppe Economy der Open Search Foundation (Was ist das und was machen die?) eine Umfrage entwickelt. 

Dafür brauchen wir Euren Beitrag – und etwa fünf Minuten Eurer Zeit. Unter anderem möchten wir mehr darüber erfahren, welche Suchmaschine(n) Ihr verwendet und wie Ihr Suchmaschinen nutzt. Die Umfrage ist auf Englisch und läuft bis zum 20. Februar 2022. Wir tracken nicht und alles ist anonym. Also: Fix ran und ausfüllen! 

Ein dickes Dankeschön, dass Ihr Euch ein paar Minuten Zeit nehmt!

Übrigens: 
Es hilft, wenn möglichst viele unterschiedliche Leute aus Unternehmen, Behörden, Hochschulen, Junge Alte, … die Umfrage ausfüllen. Gebt also die Einladung zur Umfrage und den Link gerne weiter!

Hier geht's zur Umfrage

Fachgruppe Economy

Den wirtschaftlichen Wert ermitteln

Wie kann eine offene Suchinfrastruktur Europa als Wirtschaftsraum stärken? Welche Auswirkungen ökonomischer Art könnte eine offene Internetsuche mit ihren diversen Ausprägungen haben? Wie könnten nachhaltige und vielversprechende Betriebsmodelle für die offene Suchinfrastruktur aussehen?

Die Economy-Fachgruppe untersucht die Auswirkungen und Vorteile einer unabhängigen offenen Suchinfrastruktur und ihres Ökosystems als "Gemeingut" für die EU-Wirtschaft. Dafür tauscht sie sich mit Akteuren aus Wirtschaft und Politik aus, sammelt die wesentlichen Fragen rund um relevante „use cases“ und den Betrieb des angestrebten Suchindex und entwickelt Konzepte.

Aktuell startet das Whitepaper-Projekt "Economic Value of Open Search". Und genau dafür läuft die oben genannte Umfrage. Also: Gleich mitmachen und weitersagen

Und wenn Ihr Euch über die Umfrage hinaus für das Thema interessiert, Fragen habt oder die Fachgruppe Economy mit Expertise und/oder Kontakten unterstützen möchtet, seid Ihr herzlich eingeladen!

Sendet einfach eine Mail an economy@opensearchfoundation.org.

Weitere Infos (englisch)
Illustration Sprechblasen

 ZITIERT 

»I see there our challenge and our next iteration: We should build exactly that distributed indexing system that could make the world better and improve drastically the utilization of search, and make it open again.«

Tim Smith
(Head of Collaboration, Devices and Applications Group am CERN)
auf dem Open Search Symposium 2021

Open Search Symposium

#ossym21 – Nachklapper

Drei Tage, sechs Forschungs-Tracks, 34 Vorträge, zwei Themen-Sessions und fünf Keynotes – im Oktober 2021 stieg die dritte Ausgabe der internationalen Open-Search-Konferenz: Drei Tage lang diskutierten Expert:innen und Aktive aus der #opensearch-Community das Thema #opensearch aus unterschiedlichen Blickwinkeln. 

Keynote verpasst? Wir können Abhilfe schaffen! Die Vorträge von Tim Smith (Head of Collaboration, Devices and Applications Group am CERN), Astrid Mager (Wissenschafts- und Technikforscherin an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften), Werner Stengg (Digitalexperte im Kabinett von EU-Kommissarin und Exekutiv-Vizepräsidentin Margrethe Vestager) und Carla Hustedt (Leiterin des Bereichs „Digitalisierte Gesellschaft“ der Stiftung Mercator) sind jetzt online abrufbar.

Ebenfalls verfügbar: Die Vorträge aus der #EthicsInSearch-Session mit Pernille Tranberg (Datenethik-Expertin und Mitbegründerin des europäischen Thinkdotanks DataEthics.eu), Digital-Ethikforscher Mirko Tobias Schäfer von der Universität Utrecht/Utrecht Data School und Christine Plote (Open Search Foundation). Aus der Session Alternative Search Approaches könnt Ihr aktuell der Vortrag der Xayn-Gründer Dr. Leif-Nissen Lundbæk und Prof. Dr. Michael Huth abrufen.

Nochmal herzlichen Dank an das CERN*, das das #ossym21 gehostet hat. 

P.s: Allen, die sehnlichst auf die Proceedings der Konferenz warten, sei gesagt: Sie sind in Arbeit. Bitte habt noch etwas Geduld.

#ossym22 – Save the dates

Nach der Konferenz ist vor der Konferenz:

9. Mai 2022
Spring Workshop #ossymspring22
Webmeeting on Open Search

10.-12. Oktober 2022
4th Open Search Symposium #ossym22
Internationale interdisziplinäre Konferenz zum Thema Offene Internetsuche


Updates laufend auf der Website der Open Search Foundation

Hinter den Kulissen: Der neue Vorstand

Aus drei mach' vier.

Es gibt viel zu tun, da tut Verstärkung gut. Daher wurde der Vorstand im Dezember nicht nur turnusmäßig gewählt, sondern auch erweitert. Stefan Voigt und Frank Hauser sind wieder, Christine Plote und Christian Geminn neu dabei. 

Christine Plote ist Gründungsmitglied der Open Search Foundation. Im Hauptberuf ist sie selbständig als Kommunikationsberaterin. Bei der osf moderiert sie die Working Group Ethics und das Projekt #EthicsInSearch.

Der Jurist Christian Geminn ist Geschäftsführer der Forschungsgruppe provet* an der Universität Kassel. Bei der osf moderiert er die Fachgruppe Legal.

Ein großes Dankeschön geht an Alexander Decker, Gründungsmitglied der osf, der nicht mehr zur Vorstandswahl angetreten ist, uns aber erfreulicherweise mit seiner wertvollen Arbeit vor allem für die Fachgruppe Awareness erhalten bleibt.

Weitere Infos über das Vorstandsteam und alle Mitglieder findet Ihr auch auf der Website.


*Projektgruppe verfassungsverträgliche Technikgestaltung

Kontakt
Telefon: +49 178 60 149 10
E-Mail: yourinfo@opensearchfoundation.org
Webseite: opensearchfoundation.org

Impressum
Open Search Foundation e.V. | Schorn 6 | 82319 Starnberg
Vertreten durch: Dr. Stefan Voigt, Vorstandsvositzender

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